Bildschön und gefährlich? Wie Sie lizenzfreie Bilder auf Ihrer Website einbinden

Ein überzeugender Webauftritt braucht eine übersichtliche Struktur und ansprechende Texte. Beides ist, wenn man so will, Form und Füllung des Kuchens. Das Sahnehäubchen obenauf sind die Bilder – appetitlicher Augenschmaus für Ihre Besucher: Gute Fotos und Grafiken, die zum Inhalt und Angebot passen, runden Ihre professionelle Website ab. Damit Ihnen neben zahlreichen Besuchern nicht auch das Abmahnschreiben ins Haus flattert, gilt es jedoch einiges zu beachten.

Der Riese im Schlaraffenland

Die größte Auswahl findet sich, wenig überraschend, in der Google-Bildersuche: Die Suchmaschine liefert die umfassendste Auswahl an Fotos, Illustrationen und Grafiken im Web. Ein Schlaraffenland für alle, die nach passendem Bildmaterial suchen? Nur auf den ersten Blick: Denn Google vergibt keine Lizenzen, sondern hilft lediglich beim Stöbern im Internet. Das Bildmaterial ist jedoch geistiges Eigentum der Erzeuger: Fotografen, Grafiker, Künstler weltweit, deren Eigentumsrechte auch einen Unterlassungsanspruch und einen Schadenersatzanspruch beinhalten. Wer diese Urheberrechte missachtet bekommt schnell Ärger – und muss zahlen.

Alles, was recht ist

Im Internet bieten einige Datenbanken und Agenturen lizenzfreies Bildmaterial an: Meist holen sie sich schon vor der Bereitstellung eine entsprechende Verzichtserklärung der Urheber. Doch Achtung: Ein lizenzfreies Bild downloaden bedeutet nicht, dass Sie es einfach übernehmen, bedingungslos nutzen oder gar veröffentlichen dürfen. Ein gründlicher Blick in die jeweiligen AGB‘s solcher Anbieter sei deshalb immer geraten: Denn oft sind Quellenangaben dennoch erforderlich. Die jeweiligen Lizenzbedingungen der Anbieter geben Auskunft darüber, ob der Urheber genannt werden muss – und regeln außerdem, wo und in welchem Umfang die Nennung zu erfolgen hat. Auch die Nutzung der Fotos im redaktionellen oder kommerziellen Rahmen wird hier näher bestimmt.

Völlig umsonst?

Kostenloses Bildmaterial zur umfangreichen Nutzung finden Sie beispielsweise in der Bilddatenbank pexels: Hier werden bislang rund 25.000 Fotos unter dem lizenzrechtlichen Standard CC0 (Creative Commons Zero) veröffentlicht – und stehen deshalb urheberrechtsfrei zum Download bereit, eine Namensnennung ist nicht erforderlich. Aber aufgepasst: Die dargestellten Inhalte können dennoch durch Marken- oder Persönlichkeitsrechte geschützt sein. Wo zum Beispiel Personen oder öffentliche Gebäude gezeigt werden, brauchen Sie für die kommerzielle Nutzung vorab eine entsprechende Freigabe. Auch der Anbieter pixabay benutzt die CC0-Lizenz und holt sich alle Nutzungsrechte vorab ein. Hier ist die Auswahl schon deutlich größer: Die Datenbank umfasst etwa 880.000 Fotos, Illustrationen, Videodateien und Vektorgrafiken – die übrigens in der Community bewertet, kommentiert und mit einem „Gefällt mir“ versehen werden.

Qualität zum guten Preis

Noch mehr Auswahl finden Sie natürlich bei großen Bildagenturen wie zum Beispiel Fotolia: Zwar bekommen Sie hier nichts umsonst, dafür aber in Premium-Qualität zu überwiegend erschwinglichen Preisen. Hier beschäftigt sie eher die Qual der Wahl: Über 74 Millionen Fotos und Illustrationen, Video-Clips und Vektoren stehen zur Auswahl. Und auch beim Erwerb des Materials zeigt sich Fotolia flexibel: Benötigen Sie als Unternehmen regelmäßig lizenzfreie Bilder? Dann kaufen Sie am besten eines der Monatspakete ab 20EUR für 10 Bilder – bei steigender Anzahl sinkt der Preis. Möglich ist auch der Guthabenkauf über das Kundenkonto: Mit sogenannten Credits, der Fotolia-Währung, haben Sie dann Zugriff auf das gesamte Portfolio in bester Qualität – von Webauflösung bis Full HD. Allerdings tritt Fotolia keine Eigentumsrechte ab: Ein Nachweis über die Herkunft der Bilder oder Videos ist deshalb unbedingt erforderlich – egal ob Sie die Standard-Lizenz oder die Erweiterte Lizenz erwerben. Für Social-Media-Seiten gibt es mittlerweile ebenfalls entsprechende Lizenzbestimmungen. Anders beim Konkurrenten Clipdealer – der neben Fotos auch Videos in HD sowie Sound-Dateien und Vektorgrafiken im Angebot hat, und keine Bildquellenangabe erforderlich macht. Hier kaufen Sie multimediale Inhalte flexibel im Monatsabo ab etwa 30EUR, per Guthaben vom Kundenkonto (ab 25EUR pro Paket) oder im Einzelkauf – mit unterschiedlichen Lizenzen von Standard bis Social-Media. Qualität verspricht auch die Geld-zurück-Garantie des Anbieters: Ist eine Datei wegen technischer Mängel nicht verwendbar, erstattet Clipdealer den Kaufpreis.

Auf einen Blick

Im Internet finden Sie eine große Bandbreite an Fotos und Bildern, Videos und Grafiken für Ihre Website. Urheberrechte und Lizenzbestimmungen können aber leicht zur Stolperfalle werden. Mit unserer Checkliste sind Sie auf der sicheren Seite:

  1. Jedes Bild ist urheberrechtlich geschützt: Kopieren Sie deshalb keine Bilder aus dem Internet.
  2. Buchen Sie nur bei seriösen Anbietern, die es mit den Urheberrechten der Erzeuger ernst meinen.
  3. Beachten Sie die jeweiligen Nutzungsbestimmungen des Anbieters und nehmen Sie Lizenzbestimmungen vor der Verwendung genau unter die Lupe: Denn lizenzfrei heißt nicht rechtefrei.
  4. Beachten Sie auch beim Erwerb lizenzfreier Bilder unbedingt die Namensnennung. Nicht immer können Sie bedenkenlos darauf verzichten. Was, wo, wie genau – regeln die jeweiligen AGB.
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